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@@ -41,7 +41,7 @@ Diesem feierlichen Schwur, unterzeichnet vom letzten Sultan der Thorne, folgten
Hoffnungsschwanger an seine „geliebte Tochter Nanamo“ adressiert, erklärte er den Zweck dieser Kammer. Ein geheimer Ort, um den lediglich die Erben des Königshauses wissen und ein geschütztes Archiv, in dem die Beweise für Ul'dahs Allianz mit den Amalj'aa verwahrt sind. Die Tradition diktiert, dass dieses Geheimnis lediglich mündlich weitergegeben werden darf, aber Vater spürte, dass es in meinem Fall einer zusätzlichen Erklärung per Brief bedürfen könnte.
*„Geliebte Nanamo! Als wir diese Zeilen schreiben, fragen wir uns, zu was für einer Frau du wohl herangereift sein magst. Die Rolle der Sultana konfrontiert dich zweifelsohne mit Abertausend Heraus­forde­rungen, aber ganz gleich, welchen Weg deine Regentschaft auch einschlägt: Nie sollst du vergessen, dass du unser größter Stolz bist. Greife nach dem Glück, das dir jeder Tag beschert, denn Freude und Lachen sind mehr wert als alle Gil in Ul'dah.“*
Meine lieben, lieben Eltern ... Seid euch versichert, dass die Tränen, die nun auf diese Seite fallen, keine Tränen des Kummers sind. Es ist der Stolz, mich eure Tochter nennen zu dürfen, der sie mich vergießen lässt.",70512,70412
13,Die verlorene Tonfigur,"Es war einmal ein Onmyoji von erstaunlichem Talent. Allerdings war er genauso gut im Herstellen von Talismanen wie im Verlieren selbiger. Dies grämte ihn sehr, und so erschuf er eine Reihe an Kisten, die auf magische Weise stets zu ihrem Besitzer zurückfanden, und verwendete diese fortan zur Aufbewahrung seiner Kreationen. Eines Tages geschah es jedoch, dass eine seiner Kisten gestohlen wurde. Ehe man sich versah, war die Kiste natürlich auch schon wieder in seinem Besitz. Allerdings *nur* die Kiste ... Da die magische Eigenschaft seiner Erfindung sich nur auf die Kiste und nicht auf deren Inhalt bezog, wurden nämlich sämtliche Talismane entwendet, bevor sie sich wieder in seinen Händen befand.
13,Die verlorene Tonfigur,"Es war einmal ein Onmyoji von erstaunlichem Talent. Allerdings war er genauso gut im Herstellen von Talismanen wie im Verlieren selbiger. Dies grämte ihn sehr, und so erschuf er eine Reihe an Kisten, die auf magische Weise stets zu ihrem Besitzer zurückfanden, und verwendete diese fortan zur Aufbewahrung seiner Kreationen. Eines Tages geschah es jedoch, dass eine seiner Kisten gestohlen wurde. Ehe man sichs versah, war die Kiste natürlich auch schon wieder in seinem Besitz. Allerdings *nur* die Kiste ... Da die magische Eigenschaft seiner Erfindung sich nur auf die Kiste und nicht auf deren Inhalt bezog, wurden nämlich sämtliche Talismane entwendet, bevor sie sich wieder in seinen Händen befand.
Tokimori zufolge befinden sich einige dieser wundersamen Kisten nun im Shojo-in. Da sie auch zur Unterdrückung der Kräfte von allerlei Talismanen verwendet werden können, wurden in ihnen unter anderem Kuriositäten wie ein blutsaugendes Schwert und eine Tonfigur aufbewahrt. Die Kiste des Schwertes konnte ich zwar an mich bringen, das Behältnis der Tonfigur gilt seit den jüngsten Geschehnissen allerdings als verschollen. Über eben jene Tonfigur wird gesagt, dass sie durch das Anbringen in einem kleinen Zeremonialschrein den Pflanzen und Bäumen in der Umgebung neues Leben einzuhauchen vermag, sofern man sich vor dem Anbringen vor dem Schrein verbeugt. Daher war sie in der Ver­gangen­heit als Schutztalisman im Shojo-in zu finden. Doch Vorsicht: Die fahrlässige Benutzung dieser Figur soll angeblich dazu führen, dass die dem Talisman innewohnende Kraft außer Kontrolle gerät und den Berg auf negative Weise beeinflusst. Es ist also wahrscheinlich sicherer, die Tonfigur für weitere Unter­such­ungen erst einmal einzusammeln, falls sie gefunden wird.",70513,70413
14,Das befleckte Schwert,"Als in Hingashi die Flammen des Krieges lichterloh brannten, bahnten sich ein Mann und sein Schwert einen blutigen Pfad durch die Reihen ihrer Feinde. Sein Name war Moko. Ein General nach dem anderen fiel seiner Klinge zum Opfer, und so kam es, dass sein Blutdurst nicht nur seine Widersacher, sondern auch seinen eigenen Herren zutiefst erschütterte. Aus Erschütterung wurde Furcht und schließlich wurde Moko seine treue Klinge entwendet und in einem nächtlichen Attentat gegen ihn gerichtet. Der Krieger fiel in dieser Nacht, doch die Klinge seines Schwertes tränkte nunmehr ein tiefes Rot. Egal mit welchen Mitteln man es versuchte, die ominöse Färbung der Klinge ließ sich nicht mehr entfernen, ganz so, als verkörpere es nun den Groll Mokos oder seiner zahlreichen Opfer. Aus Furcht vor eben diesem Groll brachte man das Schwert zu den heiligen Quellen des Berges, um es von seinem unnatürlichen Rot zu reinigen. Doch dies bewirkte nur noch Schlimmeres: Die mysteriösen Kräfte des Berges erfüllten es mit ungeahnten Mächten. Seither treibt es jeden, der es wagt, es zu berühren, zu blutigen Gräueltaten.
Bei dem Berg in dieser Erzählung handelt es sich natürlich um den Rokkon. Denn wie Tokimori zu verlauten ließ, gibt es in den Tiefen des Berges einen See, gefüllt mit genau solchem Quellwasser, wie es in den Legenden aufgeführt ist. Es heißt, dass die Kraft der Geister in der Umgebung der Quelle besonders stark sei, und so kommt es auch nicht von ungefähr, dass ein Schrein mit allerhand bedeutungsvollen Talismanen in der Gegend errichtet worden sein soll. Zweifelsohne kann in solch einem Schrein so manches Artefakt gefunden werden. Es gibt dabei nur ein Problem: Allein der Hohepriester kennt die genaue Lage dieses Schreins und überall dort, wo ich ihn vermutet hätte, war keine Spur eines solchen Gebäudes zu finden. Es bleibt uns also nichts übrig, als nach einer anderen Möglichkeit zu suchen.",70514,70414
@@ -155,13 +155,13 @@ Meerjungfrauen tauchen übrigens in vielerlei Legenden und Sagen überall auf de
Während unseres Kampfes nutzte sie ihren Gesang, um andere Meeresbewohner an ihre Seite zu rufen und zu befehligen. Daraus lässt sich schließen, dass sie wohl eine besondere Affinität zur Musik hat. Wenn wir also schon keine gemeinsame Sprache sprechen, könnte womöglich eine Melodie unsere Gefühle vermitteln. Allerdings fällt mir keine Methode ein, wie wir Lieder durch das Wasser an ihr Ohr tragen könnten. Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben ...",70543,70443
44,Die Schätze des Meeres,"„Der junge Händler betrachtete das schimmernde Wasser vor sich und war überzeugt davon, dass es unermessliche Reichtümer bergen musste.“
Zugegeben, ich lasse mich schnell von einer schönen Landschaft beeindrucken. Aber der Ort, der sich uns als nächstes offenbarte, hätte selbst die stoischste Seele sprachlos gemacht: Eine Bucht, in der dichte Algen wuchsen und sanft in der Strömung des Wassers tanzten, überall glitzernde und schimmernde Fische, die ihre Runden schwammen, und sogar eine Krabbe schien uns mit angehobener Schere begrüßen zu wollen - eine wahre Schatzkammer des Unterwasserlebens! Ein geübter Koch könnte problemlos allein mit den Zutaten dieses Ortes ein wahres Festmahl zaubern.
Zugegeben, ich lasse mich schnell von einer schönen Landschaft beeindrucken. Aber der Ort, der sich uns als Nächstes offenbarte, hätte selbst die stoischste Seele sprachlos gemacht: Eine Bucht, in der dichte Algen wuchsen und sanft in der Strömung des Wassers tanzten, überall glitzernde und schimmernde Fische, die ihre Runden schwammen, und sogar eine Krabbe schien uns mit angehobener Schere begrüßen zu wollen - eine wahre Schatzkammer des Unterwasserlebens! Ein geübter Koch könnte problemlos allein mit den Zutaten dieses Ortes ein wahres Festmahl zaubern.
Umso mehr verwunderte es mich, dass uns nicht ein einziger Fischer über den Weg gelaufen ist. Ich nehme an, das lag wohl auch an den angriffslustigen Kreaturen, auf die wir gestoßen sind. Ähnlich wie der Protagonist aus „Des Händlers Liebesmüh“ verfüge ich über keinerlei Kampf­erfahrung, daher war ich umso erleichterter, eine derart erfahrene Leibwächterin an meiner Seite zu haben.
Wir haben zwar in dieser schönen Bucht niemanden angetroffen, aber das muss noch lange nicht heißen, dass es in der Gegend vielleicht nicht doch irgendwo eine Siedlung gegeben haben könnte. Je weiter ich diese Möglichkeit in meinen Gedanken erforsche, umso mehr packt mich meine Neugier und dieser unbändige Drang, mehr über die Lebensart der Bewohner dort und vor allem ihre Kochkünste zu erfahren. Wirklich zu schade ...",70544,70444
45,Das Tal der Extreme,"„In dem Tal schienen jegliche Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt worden zu sein. Die größten Felsen schwebten in der Luft, während sich die kleinsten Steinchen tief in die Erde bohrten.“
Von all den fantastischen Orten, die wir bisher gesehen haben, hat das Tal eindeutig den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Die Felsen dort sind von einer seltsamen magnetischen Energie umgeben, die sie in Verbindung mit dem umgebenden Äther schweben lässt, als wären sie federleicht. Doch sobald dieses empfindliche Gleichgewicht auch nur für einen Moment gestört wird, stürzen die Felsen zu Boden. Ich habe wirklich noch nie etwas Vergleichbares gesehen.
An diesem einzigartigen Ort in den Tiefen des Tals trafen wir auf eine ebenso einzigartige Gegnerin eine einsame Schwertkämpferin. Sobald wir uns ihr näherten, griff sie an, als hätte sie schon lange auf einen würdigen Gegner gewartet. Im Nahen Osten ist es eigentlich üblich, sich mit einer respektvollen Verbeugung zu begrüßen, doch in diesem Fall hätten wir uns wohl von unseren Köpfen verabschieden müssen, wenn wir dieser Tradition gefolgt wären.
An diesem einzigartigen Ort in den Tiefen des Tals trafen wir auf eine ebenso einzigartige Gegnerin - eine einsame Schwertkämpferin. Sobald wir uns ihr näherten, griff sie an, als hätte sie schon lange auf einen würdigen Gegner gewartet. Im Nahen Osten ist es eigentlich üblich, sich mit einer respektvollen Verbeugung zu begrüßen, doch in diesem Fall hätten wir uns wohl von unseren Köpfen verabschieden müssen, wenn wir dieser Tradition gefolgt wären.
Nach unserer Heimkehr aus der Geschichte habe ich ein wenig nachgeforscht. Im alten Corvos soll es eine Gruppe von Meistern einer legendären Schwertkunst namens „Unbeugsame Klinge“ gegeben haben, die ein ganz ähnliches Tal für die Ausbildung an der Klinge genutzt hat. Jeder, der einen Fuß in jenes Tal setzte, musste kämpfen, auch wenn er kein Krieger war. Nur wer es schaffte, lebendig aus diesem Ort herauszukommen, wurde als wahrer Schwertmeister anerkannt. Nichts für schwache Gemüter, diese Ausbildung ...",70545,70445
46,Eine reich verzierte Klinge,"„Die imposante Klinge des Schwertes war mit unzähligen, filigranen Gravuren versehen.“
1 # Name Description Icon Image
41 39 Eine feurige Gegnerin „Ein einziger Wimpernschlag und die Pari hatte alles in ein loderndes Flammenmeer gehüllt.“ Unsere letzte Gegnerin, eine Pari, war fast schon lächerlich faul, aber vielleicht wäre ich das auch, wenn ich einen fliegenden Teppich zur Verfügung hätte. Trotzdem hat sie sich heftig gewehrt und es war alles andere als ein leichter Kampf ... Wenn man bedenkt, wie mühelos sie einen Feuerregen auf uns herabregnen ließ, mag ich mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sie uns ernster genommen hätte ... Eine im Nahen Osten weit verbreitete Legende erzählt von einem ehemaligen König von Corvos, dem es gelungen sein soll, eine Pari unter seine Kontrolle zu bringen. Er ließ sie magische Teppiche für seinen eigenen Gebrauch herstellen, doch nun, da ich um ihre Macht weiß, kann ich mir nur schwer vorstellen, wie dem König das gelungen sein mag. In meinen Vor­bereitungen auf unser Abenteuer sind mir ab und zu Geschichten untergekommen, in denen magische Wesen durch eine Art Pakt gehorsam gemacht werden konnten. Eine der bekanntesten Vorgehensweisen hierbei war die Folgende: Im ersten Schritt muss der Paktschließer seine friedlichen Absichten vermitteln, anschließend die entsprechende Paktformel aufsagen und schließlich das Wesen mit einer Kunst­fer­tig­keit unterhalten, um es Vertrauen schöpfen zu lassen. Ob das bei unserer Gegnerin funktioniert hätte, wage ich allerdings zu bezweifeln ... Vermutlich wäre sie lange vor Abschluss eines so aufwendigen Rituals einfach eingeschlafen. 70539 70439
42 40 Der verlockende Duft der Früchte „Als Zeichen der Wertschätzung pflückte der junge Händler die sonnenverwöhnte Frucht von einem nahe gelegenen Baum und reichte sie seiner treuen Leibwächterin.“ Die Äpfel und Trauben, die ich während unserer Reise probiert habe, schmeckten ähnlich wie die in Alt-Sharlayan, mit Ausnahme der Konsistenz, die leicht anders war. Das ist natürlich zu erwarten, da die Früchte, die ich normalerweise esse, im Labyrinthos angebaut werden. Das Klima im Labyrinthos ist tatsächlich dem der Region Corvos im Süden von Ilsabard nachempfunden, weil es sich als ideal für einen Großteil der dort angebauten Früchte herausgestellt hat. Das kommt vermutlich auch daher, dass die meisten dieser Sorten ihren Ursprung in Corvos haben. Seit der Entstehung von „Des Händlers Liebesmüh“ hat sich der Geschmack dieser Früchte allerdings merklich verbessert, was wohl auf mehrere Generationen gezielter Züchtung zurückzuführen ist. Das würde auch erklären, weshalb sie zwar anders, aber gleichzeitig so vertraut schmecken. Ich habe gehört, dass sich die in Corvos angebauten Pflanzen und Früchte seit der Eroberung des Landes durch die Garlear noch einmal drastisch verändert haben und viele alte Sorten sogar vollständig verloren gegangen sind. Durch das Buch ist es uns nun möglich, jene Sorten zu untersuchen und sogar zu probieren, was es zu einer ungeahnt wertvollen historischen Quelle macht. Ich muss diese Entdeckung unbedingt so bald wie möglich mit einem Bekannten teilen, der an der Magieakademie von Sharlayan Agrarwissenschaften studiert! 70540 70440
43 41 Das Funkeln des Meeres „Meereswogen und glänzende Strandmuscheln wetteiferten darum, wer schöner im Sonnenlicht funkelte.“ Das Blau des Ozeans, das wir tagsüber auf unserem Weg erblickt hatten, erinnerte mich an die Schönheit und Anmut eines Saphirs. Nachts wissen seine Wogen sicher noch ganz andere Farben zu zeigen. Ich habe gehört, dass in einigen Gebieten entlang der Küste der Corvos-Meerenge die Felsen eine blassrosa Färbung aufweisen, die durch eine Mischung aus dem Äther der Umgebung und den Überresten kleiner Organismen entsteht, die sich über viele Jahre hinweg angesammelt haben. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie seltsam und faszinierend die Natur sein kann. Wo ich gerade bei dem Thema „Meer“ bin: Eine der Versionen von „Des Händlers Liebsmüh“, über die ich im Noumenon gestolpert bin, stammte aus Radz-at-Han und hatte eine schillernde Küstenregion zu ihrem Schauplatz erkoren. Und auch der Verlauf der Geschichte unterscheidet sich in großen Teilen von dem, was wir in unserer Version erlebt haben. In jener Ausgabe durchquerten die Figuren eine Korallenhöhle und betraten eine riesige spiralförmige Muschel. Dort nahmen sie die Einladung eines Seesterns an, zum Grund des Ozeans zu reisen, wo der König des Meeres ihnen eine rosa Perle schenkte. Dieser Schatz war es, der schließlich das Herz der jungen Angebeteten bewegte ... oder so! Korallen, Muscheln, Seesterne und Perlen sind uns auf unserem Weg durch das Buch zwar auch begegnet, aber eine besondere Bedeutung schien ihnen nicht innegewohnt zu haben. Das muss aber nicht heißen, dass sie in anderen Versionen des Buches nicht womöglich eine entscheidendere Rolle spielen könnten. 70541 70441
44 42 Der Schatz vom Meeresgrund „Auf einem Sockel aus Korallen thronend, schimmerte das Juwel in den schönsten Farben. Jeder, der es betrachtete, wurde umgehend in seinen Bann gezogen.“ Das Juwel, das die Meerjungfrau hinterlassen hatte, funkelte geheimnisvoll im Licht. Und auch der Sockel aus Korallen, auf dem es befestigt war, konnte sich sehen lassen: ganz in Weiß-, Blau- und Rosatönen, als hätte er alle Farben des Ozeans eingefangen. Sollte dieses Juwel womöglich eine echte Perle sein? Wenn ja, dann müsste sie aus einer riesigen Muschel stammen, was in so nährstoffreichen Gewässern vielleicht gar nicht mal unmöglich wäre. Ich hatte Gelegenheit, die Perle genauer zu untersuchen, und durfte feststellen, dass sie sich in einem makellosen Zustand befand. Selbst unter all den Wundern des Meeres war diese Perle eindeutig ein einzigartiger Schatz. Doch so schön dieser Schatz auch war, er genügte nicht, um die Leere im Herzen der jungen Frau zu füllen und die Geschichte zu einem guten Ende zu bringen. Ich frage mich, was der Händler nach unserem Austritt aus dem Buch wohl mit der schönen Perle gemacht hat. Hat er sich trotzdem dazu entschieden, sie seiner Liebsten zu schenken? Oder hat er ihren Rat befolgt und ist durch den Verkauf zu unermesslichem Reichtum gelangt? Und dann ist da noch diese Frage, die mich einfach nicht loslässt: Wenn selbst etwas so Schönes nicht der Liebesbeweis war, den seine Angebetete sich erhofft hat, was mag es dann wohl gewesen sein? Vielleicht geht es ihr gar nicht um etwas besonders Prachtvolles, Teures oder gar Seltenes, sondern etwas gänzlich anderes ...? 70542 70442
45 43 Die Herrscherin des Meeres „Aus den Tiefen des Meeres ertönt das Klagelied der Meerjungfrau ... Der junge Händler spürte, wie sich seine Brust mit jedem Vers noch weiter zusammenzog.“ Die Meerjungfrau, die wir zuletzt bekämpft haben, stand in komplettem Kontrast zu unserem vorigen Gegner. Ihre Augen waren von einer solchen Traurigkeit erfüllt ... Selbst wenn es nur eine Erfindung der Geschichte war, komme ich nicht umhin, mich zu fragen, welche Last sie auf ihren Schultern trug. Meerjungfrauen tauchen übrigens in vielerlei Legenden und Sagen überall auf der Welt auf, nicht nur in Corvos. In manchen werden sie als verführerische Täuscherinnen dargestellt, die ihre Opfer in den sicheren Tod locken, in anderen als neugierige Meeresbewohnerinnen, die wissbegierig den Austausch mit uns suchen. Vielleicht wäre es also auch möglich, je nach Verlauf der Ereignisse mit der Meerjungfrau in „Des Händlers Liebesmüh“ zu kommunizieren und die Handlung zu einem glücklicheren Ende für alle zu lenken. Während unseres Kampfes nutzte sie ihren Gesang, um andere Meeresbewohner an ihre Seite zu rufen und zu befehligen. Daraus lässt sich schließen, dass sie wohl eine besondere Affinität zur Musik hat. Wenn wir also schon keine gemeinsame Sprache sprechen, könnte womöglich eine Melodie unsere Gefühle vermitteln. Allerdings fällt mir keine Methode ein, wie wir Lieder durch das Wasser an ihr Ohr tragen könnten. Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben ... 70543 70443
46 44 Die Schätze des Meeres „Der junge Händler betrachtete das schimmernde Wasser vor sich und war überzeugt davon, dass es unermessliche Reichtümer bergen musste.“ Zugegeben, ich lasse mich schnell von einer schönen Landschaft beeindrucken. Aber der Ort, der sich uns als nächstes offenbarte, hätte selbst die stoischste Seele sprachlos gemacht: Eine Bucht, in der dichte Algen wuchsen und sanft in der Strömung des Wassers tanzten, überall glitzernde und schimmernde Fische, die ihre Runden schwammen, und sogar eine Krabbe schien uns mit angehobener Schere begrüßen zu wollen - eine wahre Schatzkammer des Unterwasserlebens! Ein geübter Koch könnte problemlos allein mit den Zutaten dieses Ortes ein wahres Festmahl zaubern. Umso mehr verwunderte es mich, dass uns nicht ein einziger Fischer über den Weg gelaufen ist. Ich nehme an, das lag wohl auch an den angriffslustigen Kreaturen, auf die wir gestoßen sind. Ähnlich wie der Protagonist aus „Des Händlers Liebesmüh“ verfüge ich über keinerlei Kampf­erfahrung, daher war ich umso erleichterter, eine derart erfahrene Leibwächterin an meiner Seite zu haben. Wir haben zwar in dieser schönen Bucht niemanden angetroffen, aber das muss noch lange nicht heißen, dass es in der Gegend vielleicht nicht doch irgendwo eine Siedlung gegeben haben könnte. Je weiter ich diese Möglichkeit in meinen Gedanken erforsche, umso mehr packt mich meine Neugier und dieser unbändige Drang, mehr über die Lebensart der Bewohner dort und vor allem ihre Kochkünste zu erfahren. Wirklich zu schade ... „Der junge Händler betrachtete das schimmernde Wasser vor sich und war überzeugt davon, dass es unermessliche Reichtümer bergen musste.“ Zugegeben, ich lasse mich schnell von einer schönen Landschaft beeindrucken. Aber der Ort, der sich uns als Nächstes offenbarte, hätte selbst die stoischste Seele sprachlos gemacht: Eine Bucht, in der dichte Algen wuchsen und sanft in der Strömung des Wassers tanzten, überall glitzernde und schimmernde Fische, die ihre Runden schwammen, und sogar eine Krabbe schien uns mit angehobener Schere begrüßen zu wollen - eine wahre Schatzkammer des Unterwasserlebens! Ein geübter Koch könnte problemlos allein mit den Zutaten dieses Ortes ein wahres Festmahl zaubern. Umso mehr verwunderte es mich, dass uns nicht ein einziger Fischer über den Weg gelaufen ist. Ich nehme an, das lag wohl auch an den angriffslustigen Kreaturen, auf die wir gestoßen sind. Ähnlich wie der Protagonist aus „Des Händlers Liebesmüh“ verfüge ich über keinerlei Kampf­erfahrung, daher war ich umso erleichterter, eine derart erfahrene Leibwächterin an meiner Seite zu haben. Wir haben zwar in dieser schönen Bucht niemanden angetroffen, aber das muss noch lange nicht heißen, dass es in der Gegend vielleicht nicht doch irgendwo eine Siedlung gegeben haben könnte. Je weiter ich diese Möglichkeit in meinen Gedanken erforsche, umso mehr packt mich meine Neugier und dieser unbändige Drang, mehr über die Lebensart der Bewohner dort und vor allem ihre Kochkünste zu erfahren. Wirklich zu schade ... 70544 70444
47 45 Das Tal der Extreme „In dem Tal schienen jegliche Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt worden zu sein. Die größten Felsen schwebten in der Luft, während sich die kleinsten Steinchen tief in die Erde bohrten.“ Von all den fantastischen Orten, die wir bisher gesehen haben, hat das Tal eindeutig den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Die Felsen dort sind von einer seltsamen magnetischen Energie umgeben, die sie in Verbindung mit dem umgebenden Äther schweben lässt, als wären sie federleicht. Doch sobald dieses empfindliche Gleichgewicht auch nur für einen Moment gestört wird, stürzen die Felsen zu Boden. Ich habe wirklich noch nie etwas Vergleichbares gesehen. An diesem einzigartigen Ort in den Tiefen des Tals trafen wir auf eine ebenso einzigartige Gegnerin – eine einsame Schwertkämpferin. Sobald wir uns ihr näherten, griff sie an, als hätte sie schon lange auf einen würdigen Gegner gewartet. Im Nahen Osten ist es eigentlich üblich, sich mit einer respektvollen Verbeugung zu begrüßen, doch in diesem Fall hätten wir uns wohl von unseren Köpfen verabschieden müssen, wenn wir dieser Tradition gefolgt wären. Nach unserer Heimkehr aus der Geschichte habe ich ein wenig nachgeforscht. Im alten Corvos soll es eine Gruppe von Meistern einer legendären Schwertkunst namens „Unbeugsame Klinge“ gegeben haben, die ein ganz ähnliches Tal für die Ausbildung an der Klinge genutzt hat. Jeder, der einen Fuß in jenes Tal setzte, musste kämpfen, auch wenn er kein Krieger war. Nur wer es schaffte, lebendig aus diesem Ort herauszukommen, wurde als wahrer Schwertmeister anerkannt. Nichts für schwache Gemüter, diese Ausbildung ... „In dem Tal schienen jegliche Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt worden zu sein. Die größten Felsen schwebten in der Luft, während sich die kleinsten Steinchen tief in die Erde bohrten.“ Von all den fantastischen Orten, die wir bisher gesehen haben, hat das Tal eindeutig den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Die Felsen dort sind von einer seltsamen magnetischen Energie umgeben, die sie in Verbindung mit dem umgebenden Äther schweben lässt, als wären sie federleicht. Doch sobald dieses empfindliche Gleichgewicht auch nur für einen Moment gestört wird, stürzen die Felsen zu Boden. Ich habe wirklich noch nie etwas Vergleichbares gesehen. An diesem einzigartigen Ort in den Tiefen des Tals trafen wir auf eine ebenso einzigartige Gegnerin - eine einsame Schwertkämpferin. Sobald wir uns ihr näherten, griff sie an, als hätte sie schon lange auf einen würdigen Gegner gewartet. Im Nahen Osten ist es eigentlich üblich, sich mit einer respektvollen Verbeugung zu begrüßen, doch in diesem Fall hätten wir uns wohl von unseren Köpfen verabschieden müssen, wenn wir dieser Tradition gefolgt wären. Nach unserer Heimkehr aus der Geschichte habe ich ein wenig nachgeforscht. Im alten Corvos soll es eine Gruppe von Meistern einer legendären Schwertkunst namens „Unbeugsame Klinge“ gegeben haben, die ein ganz ähnliches Tal für die Ausbildung an der Klinge genutzt hat. Jeder, der einen Fuß in jenes Tal setzte, musste kämpfen, auch wenn er kein Krieger war. Nur wer es schaffte, lebendig aus diesem Ort herauszukommen, wurde als wahrer Schwertmeister anerkannt. Nichts für schwache Gemüter, diese Ausbildung ... 70545 70445
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